Sonntag, 23. Dezember 2012

Frohe Weihnachten!


Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest und entspannte Feiertage, egal wo ihr auf der Erdkugel sitzt im Moment.
Für mich ist es dieses Jahr ein Fest bei 41 Grad mit 20 Kindern weit weg von Familie und Freunden.
Auch das wird vermutlich ein unvergessliches Erlebniss.
Ganz, ganz liebe Grüße! Ich bin in Gedanken bei euch, Eure Hannah

Samstag, 22. Dezember 2012

Ovambo Hochzeit

Ovambo Hochzeit

Mittags um 15.00 Uhr ging der Roadtrip mit Rachel und Andreas (Haven-Manager) los. Wir hatten 8 Stunden vor uns, trotzdem war die Stimmung bestens und es ging los in Richtung Norden.
Unser Ziel war ein Dorf in der Nähe von Oshakati (nördlich der Etosha Pfanne). Was genau uns erwarten würde wussten wir nicht. Was wir wussten war, dass eine Hochzeit stattfinden würde und zwar die des Vaters von Sarlote (die Freundin von Andreas).
Es gab unzählige Roadblocks (Polizeikontrollen) und beim Tanken kamen wir etwas ins Rudern als es nach dem Auffüllen des Tanks hieß es werden keine Karten akzeptiert. Fünf Minuten früher hatten sie noch fleißig genickt als wir nachgefragt hatten. Das Ganze wurde dann so gelöst, dass wir einen Securitymann bis zum nächsten Dorf (70km) mitnahmen, dort Geld abhoben und ihm dann die 4€ zahlten für ein Taxi zurück.
Als wir schließlich um halb 12.00 Uhr abends in die Nähe des erwünschten Ziels ankamen riefen wir Sarlote an damit diese uns den restlichen Weg beschreiben konnte. Irgendwo auf einer Gravel Road haben sie uns schließlich eingesammelt woraufhin es dann wirklich in die Pampa ging. Nachdem wir uns dann auch noch verfahren hatten sind wir dann jedoch endlich angekommen. Es war stockdunkel, aber doch das was wir zu sehen bekamen war schon wirklich beeindruckend! Das Dorf war mit einem hölzernen Zaun umgeben und bestand aus zwei Haupthäusern und traditionellen Runden Lehmhütten. Nachdem wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten wurde uns die einzige Wasserquelle des Dorfes gezeigt, ein Wasserhahn. Dort konnten wir dann Zähneputzen und auf die Frage wo man denn Pinkeln könnte hieß es "Ach da die sonne bereits untergegangen ist, geh einfach in irgendeine Ecke.".
Die Nacht endete bereits um 4.00 Uhr Nachts als die Frauen des Dorfes mit lautem Geschrei (soetwas wie "wilililiii-walakasha-walakasha") durch das Dorf düsten und ihren Trampel-Stampf-Tanz ausführten. Da es auch zu dieser Zeit noch Dunkel war konnten wir auch dann noch nicht die Ganze Pracht des Dorfes erblicken. Der Sonnenaufgang tauchte die Hütten dann später in ein wunderschönes Licht und der Anblick war überwältigend. Die alten Frauen beschäftigten sich weiter mit ihren tradtionellen Tänzen während die jüngeren (darunter auch Rachel, Sarlote und ich) anfingen das Essen vorzubereiten. Auf unzähligen Feuern wurden Kartoffeln gekocht, soeben gerupfte Hünchen abgekocht und so weiter. Nach gefühlten 50 Kg geraspelten Karotten taten uns die Hände höllisch weh und es ging weiter mit Kartoffeln schälen. Die Atmosphere war unheimlich familär und ausgelassen. Hier wurde Getreide gestampft für ein trditionelles Getränk, dort wurden die letzten Feinschliffe an der Festkleidung gemacht und zwischendurch lief die Braut im Bademantel und Haube hin und her um nach den Rechten zu sehen. Die Männer waren währenddessen damit beschäftigt 4 Kühe zu schießen und zu schlachten. Das ganze spielte sich in einem Krahl außerhalb des Dorfes ab. 
Die Frauen beim Kochen
Die Männer beim Schlachten
Wilililiiiii-Walakasha-Walkasha
noch mehr Wililililiii

Später ging es dann in die Kirche. Neben unserer Hochzeit fand noch eine weitere statt. Der Gottesdienst war erfüllt von den "willililili"- Rufen der alten Dorffrauen und ihrem wedeln mit den Pferdeschwänzen (siehe Bild).
Nach 3 Stunden ging es zurück in das Dorf (übrigens das der Braut). Mit großem Tamtam wurde in das Dorf einmarschiert. Der nächste Programmpunkt fand unter einem riesen Baum außerhalb des Dorfes statt. Es wurden Reden gehalten, das Brautpaar musste das selbstgebräute Getränk trinken (schmeckt ekelhaft!) und es wurde Geschenke übergeben. Die Frauen brachten ihre Geschenke in Körben auf ihren Köpfen. 
Sarah, ich, Rachel, Sarlote
 Die Hitze war zum Teil unerträglich und wir waren froh als es am frühen Abend ein wenig erträglicher wurde und es schließlich Essen gab. Das Buffet bestand zum Großteil, typisch Namibia, aus Fleisch. 
Totmüde ging es nach vielem weiteren Gesinge und Getanze ins Zelt zum Schlafen. 
Auch diese Nacht war nicht lange und bereits nach dem aufstehen wurde alles zusammen gepackt. Jetzt hieß es das Ganze nocheinmal und zwar in dem Dorf des Bräutigams. Wir verzogen uns zwischendurch um Oshakati und Ondangwa anzuschauen und etwas zu essen.
Nach einem Besuch bei Sarlotes Mutter schlossen wir uns wieder der Hochzeitsgesellschaft an. Die ganze Sachen mit dem Einmarsch und unter dem Baum wurden wiederholt. Zum Abschied bekam ich noch einen Ovambo-Namen, Nelao. Da wir fix und fertig waren hatten wir eigentlich vor Nachmittags um 3.00 Uhr abzufahren. Naja nach dem Essen um 20.00 Uhr ging es dann in Richtung Zuhause. Demnach waren wir dann um 3 Uhr Nachts Zuhause.
Dieses Wochenende war unbeschreiblich und ich hätte nie gedacht, dass ich einmal die Möglichkeit bekommen würde soetwas mitzuerleben. Die bunten Kleider, die Bräuche und Traditionen, das Dorf ohne Strom mit den Lehmhütten, die Emotionen der Menschen, die Versuche Oshivambo zu sprechen und noch viel mehr, für diese Erfahrungen bin ich wirklich dankbar und werde das Wochenende mit Sicherheit nie wieder vergessen.

 
Schöne Weihnachtsfeiertage an alle!

Montag, 17. Dezember 2012

Zelten im Busch, Nilpferde, Kekse und Abschied nehmen


Der Zeltplatz
Zelten im Busch und Nilpferde

Da es wieder Zeit für unser freies Wochenende war beschlossen wir Zelten zu gehen. Es gab insgesamt 5 Stellplätze. Wir waren jedoch die einzigen Campinggäste und auch die dazugehörige Farm war eher leer. Der Zeltplatz war total urig und wir hatten eine eigene Feuerstelle mit Holz, einen Stromanschluss, ein kleines Licht im Baum und ein eigenes Klohäuschen mit Dusche etc. Zu unserer Freude durften wir sogar den Pool der Farm mitbenutzen. Es war herrlich einfach nur stundenlang am Pool zu liegen und das auch noch ohne Kindergeschrei. Nachts beobachteten wir die unzähligen Sterne und machten Feuer. Ab und zu kamen Wildpferde zu Besuch. Auf eine Sache hätte ich jedoch gerne verzichten können, mein erstes hautnahes Schlangenerlebnis. Eine mindestens einen Meter lange, schwarz weiße Schlange schlängelte sich auf dem Weg vom Pool zurück zum Zelt vor meinen Füßen in ein Gebüsch etwa 10 Meter von unserem Zelt. Das war eine eher unschöne Begegnung...

Sonntags beschlossen wir noch auf eine andere Farm zu fahren um dort Mittag zu essen und um eventuell noch ein paar mehr Tiere zu sehen. Die Farm heißt Erindi und als wir dort ankamen fühlten wir uns zwischen den gut betuchten Touristen ziemlich fehl am Platz. Da die Fahrt dorthin über zwei Stunden dauerte verpassten wir das Mittagessen. Anstattdessen gab es ein Kuchenbuffet. Die Terasse das Restaurants war in Richtung eines Wasserlochs gerichtet von wo aus man einige Tiere sehen konnte (Wasserbüffel oder soetwas ähnliches, Warzenschweine etc). Das Beste waren jedoch die etwa 15 Nildpferde, welche man anfangs nur im Wasser gesehen hat, nachdem jedoch Heu verteilt wurde kamen sie allesamt herausgetrottet. Hier saßen wir also mit unseren Tortenstücken auf einer Terasse und beobachteten Nilpferde. Das war schon ein wenig unreal aber natürlich auch mal eine coole Erfahrung!
Auf dem Hinweg durch die grüne Landschaft (Regenzeit)
Pumba

Der Hippo-Marsch


Weihnachtsbäckerei

Um ein wenig in Weihnachtsstimmung zu kommen, beschlossen wir mit den Kindern zu Backen. Da in den Ferien nicht alle Kinder hier sind (viele fahren zu Verwandten auf eine Farm) war es ein wenig einfacher als mit 35 Kindern. Trotzallem gab es eine große Sauerei und der meiste Teig verschwand vor dem Backen bereits in dem einen oder anderen Magen.
Stolze Bäcker
Abends gab es wieder einen DVD Abend und die Kekse wurden verteilt. Das war schon ein verdammt süßer Anblick, die keksessenden Kinder welche gespannt auf den Fernseher schauten und überall Mehl an sich kleben hatten. So richtig weihnachtlich fühlt es sich trotzdem nicht an, die Temperatur stimmt einfach nicht mit dem gewohnten Dezember Wetter überein.


Abschied nehmen

In den letzten Tagen war es schließlich soweit und wir verabschiedeten uns von Johanna.
Da ihr Flug erst abends ging und wir aber früß morgens Jonnas Freund abholen mussten, verbrachten wir den Tag noch in der Stadt, was ich im Nachhinein sehr bereute... Um kurz nach 4.00 Uhr ging es nachts los. Da es natürlich noch tiefe Nacht war war die Fahrt sehr anstrengend und so einige große Tiere am Straßenrand erhöhten meinen Herzschlag gewaltig. Aber es ging alles gut und nach 3 Stunden waren wir endlich am Flughafen in Windhoek.
Wir waren ein wenig shoppen und machten es uns später in einem Park gemütlich. Nach einer Weile ging ich in die Mall gegenüber um die Toilette zu suchen. Als ich anschließend zurücklief zu den anderen stellte ich nach einer halbe Stunde entsetzt fest, dass mein Geldbeutel inklusive Perso, Kreditkarte, Führerschein, Geld usw. weg war. Das ganze musste auf dem Weg zurück in den Park passiert sein, da ich ihn davor noch hatte. Da ich mein Handy noch hatte, konnte ich sofort Zuhause Bescheid geben, damit sämtliche Karten gesperrt wurden und der Schaden begrenzt werden konnte. Wir beschlossen das Ganze der Polizei zu melden. Dort angekommen stellten wir fest, dass die Polizei hier leider ganz andere Standards hat als gewohnt. Es herrschte das totale Chaos und wir mussten eine gefühlte Ewigkeit warten bis wir zu einem der Schalter durften. Dort wurden wir wieder weitergeschickt und landeten bei einem jungen Polizisten der laut seiner Aussage viel zu viel zu tun hatte und ob wir denn nicht zu einem anderen Schalter gehen könnten. Nach einer langen Diskussion fing er an ein Formular auszufüllen das ich als meinen Ausweis benutzen kann bis ich wieder einen besitze. Da der gute Herr jedoch mit seinen Gedanken wohl wo anders war, füllte er das komplette Formular falsch aus und musste wieder von vorne beginnen. Er fragte mich ob ich denn den Grund für den Diebstahl wüsste... Ja klaro Herr Polizist, erst hab ich nachgefragt was er mit meinem Geldbeutel will und ihm dann noch viel Spaß mit meinem Geld und der Kreditkarte gewünscht... Naja wir haben uns ein dummes Kommentar verkniffen und gehofft, dass er endlich fertig wird mit seinem Formular. Zum Schluss meinte er wir sollen in ein paar Tagen nocheinmal kommen, sie hätten da einen Pappkarton in dem Fundsachen gesammelt werden. Auf unsere Antwort, dass wir von weiter weg sind, gab er uns seine Handynummer (!) und meinte wir sollen ihm eine Sms schreiben, dann schaut er nach, bei der normalen Nummer von der Polizei nehme meistens keiner ab... Soviel dazu...
Nachdem wir uns dann von Johanna verabschiedet hatten fuhren wir fix und fertig wieder heim. Zu der Müdigkeit hinzu kam dann noch, dass wir uns verfuhren und erst spät nachts um halb 1 endlich Zuhause waren.
Da am nächsten Tag "World AIDS Tag" war mussten wir um kurz vor 6.00 Uhr auch schon wieder raus um mit den Kinder auf eine Veranstaltung zu gehen.
Total am Ende mit den Nerven mussten wir auf die Kinder aufpassen während unzähligen Reden, Theaterstücken und so weiter. Ein Highlight des Tages war der Auftritt einer Band "The D.O.G.G". Es gab viele Gänsehautmomente, doch wir waren auch wirklich froh, als wir um 5.00 endlich wieder Zuhause waren.

Dienstag, 27. November 2012

Milchshakes schlürfen und Lametta

Milchshakes schlürfen

Da die Eltern des Managers zu Besuch hier waren haben sie die Kinder wie auch uns Voluntäre zu einem Milchshake im Kashana eingeladen. Die konzentrierten Gesichter und das Schlürfen der Kinder war einfach herrlich. Anschließend wurde noch auf dem Spielplatz hinter dem Restaurant getobt und fast konnte man meinen wir seien eine etwas zu groß gewordene Familie.



Lametta


Wieder einmal mussten Johanna und ich nach Odzundati fahren um den Neubau zu überprüfen. Dieses Mal war jedoch gleichzeitig die Weihnachtsfeier und Verabschiedung der Schüler welche die Schule verlassen werden (das Schuljahr ist mit den Weihnachtsferien beendet).
Zugegebenermaßen war das Lametta, der blinkende Plastikweihnachtsbaum, die Weihnachtslieder auf Afrikaans und das Grippenspiel mit einem ebenfalls in Lametta eingewickeltem König schon ein wenig abstrus. Die Kinder führten auswendiggelernte Verse und Lieder vor. Die Eltern waren natürlich alle unheimlich stolz auf ihre Schützlinge und die Mütter hatten sich alle in Schale geworfen in Form von wallenden, viktorianischen Kleidern und dem traditionellen Herero-Kopfschmuck. Diese Aufmachung sieht man hier sehr oft, doch diese Mütter hatten wirklich ihr schönstes Kleid rausgekramt um zu dieser Veranstaltung zu kommen. (kurze Zwischeninfo: um sich ein wenig Erleichterung zu verschaffen bei der Hitze, werden an jeder Straßenecke kleine, mit einer Art Saft aufgefüllte Gefrierbeutel verkauft und diese als Wassereis gegessen) Hier saßen wir also zwischen den stolzen, an Platiktüten nuckelnden Mamas und schauten uns ein Grippenspiel bei einer Temperatur von vermutlich über 40 Grad an. Mit diesen Umständen ist es schon ein wenig schwer sich auf Weihnachten einzustimmen. Da das Ganze logischerweise zwei Stunden später anfing als geplant mussten wir uns leider direkt nach der Veranstaltung wieder auf den Heimweg machen um nicht im Dunkeln über die Schotterpiste fahren zu müssen.

Vor der Weihnachtsfeier
Die neue Dining Hall
Eine der drei Lehrerinnen
Die Weihnachtsfeier

Montag, 19. November 2012

Kleines Update

Kleines Update

In den letzten Tagen ist eher weniger passiert im Gegensatz zu den letzten Wochenenden. Es ist wirklich unheimlich heiß und wir haben meistens eine Raumtemparatur von 34 Grad was einen Mittagsschlaf vollkommen ausschließt und auch den Rest ziemlich unerträglich macht zum Teil. Mittlerweile fängt es immer häufiger an zu regnen, worauf gestern natürlich auch promt der Strom ausgefallen ist für einige Stunden. Das war ein wenig ärgerlich, da die Stadtarbeiter letzte Woche extra einen Tag lang den Strom ausgestellt hatten um etwas zu reparieren, damit der Strom in der Regenzeit eben nicht so oft ausfällt. Naja für 10 Minuten hat das auch geklappt. Das Wasser ist auch eher mau im Moment und das Duschen wird zum Regentanz wenn man ein paar Tropfen abbekommen mag.
Ansonsten gab es die üblichen Eskapaden wie ein ausgeschlagener Zahn, chaotische Leselern-Stunden, ungesalzenes Essen und so weiter.
Da die Kids immer mehr als fasziniert sind von den "Schmartfones" (aka Smartphones) und zu gerne Bilder machen ist das untere Bild auch nach ewigem Bewundern und etlichen Versuchen entstanden.
Charmaine, Beverly und die kleine Moni

Montag, 12. November 2012

Damara-Hochzeit



Damara-Hochzeit

Dieses Wochenende bekamen wir die Chance eine Damara (afrikanischer Stamm) Hochzeit hautnah mitzuerleben. Ein Freund hatte erreicht uns alle auf die Gästeliste der Hochzeit von seinem Cousin setzten zu lassen. Keiner von uns hatte das Ehepaar jemals vorher gesehen.
Ursprünglich sollte es morgens um 10 Uhr losgehen, was dann aber auf 13.00 Uhr verschoben wurde. Letztendlich sind wir, typisch Afrika, um 15.00 Uhr endlich aus Omaruru losgefahren, nachdem wir noch jede Menge Leute durch die Gegend kutschiert haben und ein paar Freunde irgendwie noch am arbeiten waren um halb 3. Dann ging die Tour mit einem mit 9 Leuten vollgestopften Auto los nach Windhoek. Dabei waren Muba (Cousin des Bräutigams), zwei Mädels von dem Freundeskreis hier, wir 5 Mädels und Katis Freund. Nachdem wir uns tausende Male verfahren haben hat uns letztendlich der Bräutigam an einer Tankstelle eingesammelt und uns zu seinem Haus gebracht. Die Familie ist sehr wohlhaben und es war ein wenig seltsam zu 9. in ein solches Haus zu laufen, total platt von der Fahrt und noch dazu niemanden zu kennen. Anschließend haben wir uns auf unterschiedliche Unterkünfte verteilt. Jonna, Pia und ich sind mit zu Rachel und ihrer Familie. Nach einer weiteren Chaosfahrt sind wir in Katutura angekommen wo wir unheimlich herzlich von der Familie aufgenommen wurden und uns gleich gesagt wurde, dass dies jetzt unser zweites Zuhause sei. Zwei der großen Brüder sind über Nacht ins Auto gezogen damit wir zu 6. in einem winzigen Zimmer schlafen konnten. Es war wirklich rührend wie sie sich um uns gekümmert haben. Zum Abendessen gab es eine Art Millipap mit Hühnchen. Ganz traditionell wurde eine Schüssel mit Wasser uns Seife zubereitet und mit einem Knicks zuerst dem Vater gegeben um die Hände waschen zu können. Anschließend kam die Mutter und dann wir als Gäste dran und danach der Rest der Familie. Als das erledigt war wurde das Essen mit einem weiteren Knicks und einem "Here is the food." auf einen Fernsehtisch gestellt. Bevor jedoch wieder der Vater als erstes sein Essen bekam wurde gebetet. Gegessen haben wir zu 13. in einem kleinen Wohnzimmer zusammen gequetscht auf Sesseln, Platikstühlen etc und das natürlich mit der Hand.
Nach dem Essen sind wir trotz Zweifel ob das ganz ungefährlich sei noch ein wenig durch Katutura gelaufen. Da Katutura teilweise höher als der Rest der Stadt liegt hatten wir einen wunderschönen Blick über die Stadt. Während unserem kleinen Spaziergang wurden wir immer mehr, da wir an sämtlichen Häusern halt machten um Hallo zu sagen und die meisten dann auch noch ein Stück mitgelaufen sind.
Am nächsten morgen wurde eiskalt geduscht (warmes Wasser gibt es nicht) und wir haben uns auf dem Weg gemacht um alle anderen einzusammeln. Ein wenig underdressed, da keiner damit gerechnet hatte in Afrika auf eine Hochzeit gehen zu können, sind wir dann in der Kirche angekommen nach weiterem Verfahren. Auch die Kirche hat typisch Afrikanisch eine dreiviertel Stunde später als angekündigt begonnen. Die Kirche ist katholisch, der Gottesdienst wurde zum Großteil auf Afrikaans und Damara (mit Klicklauten) gehalten. Der Gottesdienst war voller Gesang, Zwischenrufe und Zurufe und Getanze. Nach zwei Stunden war das Ganze dann zu Ende und wir sind gemeinsam in einen Park gefahren wo das Brautpaar noch bilder gemacht hat. Da die weitere Feier in einem Zelt in einem Park stattfinden sollte machten wir uns mit einem Familienmitglied auf den Weg um diesen Park zu suchen. Als wir drei Parks später immernoch nicht den richtigen gefunden haben haben wir auf weitere Familienmitglieder gewartet. Ziemlich geschafft haben wir uns dann dort auf eine Wiese gelegt bis es weiter zu dem richtigen Park ging.
Die Hochzeitsfeier war wahnsinnig emotional. Wir wurden, was uns ein wenig unangenehm war, direkt vor das Brautpaar gesetzt an einen Tisch mit lauter Hochoffiziellen Gästen, Politikern etc.
Es wurde die meiste Zeit getanzt und gesungen und das wirklich beeindruckend gut. Es war wirklich die reinste Party! Es gab jedoch auch sehr ruhige, bewegende Momente wie die Dankesrede des Brautpaares bei der viele Tränen flossen. Auch bei den anderen Reden wurde viel geschrieen, geflucht, gebetet und gelacht. Muba unser Freund musste auch eine Rede halten und daraus hat er spontan einen Heiratsantrag an seine Freundin gemacht und zu seiner Hochzeit im nächsten Jahr eingeladen. Das war wirklich mehr als überraschend! Wir wurden ebenfalls nach vorne gebeten um ein paar Worte zu sagen, als es dann hieß wir sollen doch auch etwas singen überließen wir das dann aber doch lieber den anderen. Das Essen war, auch typisch Afrika, sehr Fleischlastig aber trotzdem wirklich gut.
Da es nach der Feier jedoch zu spät war um noch zu der Familie zu fahren um dort zu schlafen, also verteilten wir uns wieder anders. Dieses Mal ging es in das "Nurses Home" des Katutura Krankenhauses. Das ist ein Hochhaus mit mehreren winzigen Wohnungen und Gemeinschaftsbädern für vorallem Krankenschwestern und Studenten. Naja ich denke man kann sich vorstellen, dass die Lebensverhältnisse dort wirklich erschreckend sind! Johanna, Charlotte (eines der beiden Mädchen) und ich haben bei Charoltte geschlafen. Außerdem hat dort noch ein weiteres fremdes Mädchen übernachtet das nicheinmal Charlotte kannte. Dieses Mädchen hat auf dem Boden geschlafen und wir restlichen drei haben uns ein Bett geteilt.
Ziemlich gerädert sind wir am nächsten morgen in die Stadt um noch ein wenig shoppen zu gehen. Das Blöde ist nur, dass man sich eigentlich nichts schönes, neues kaufen mag, da die Klamottten hier ziemlich leiden und was kaufen das man ein halbes Jahr hier liegen hat ist auch schwachsinnig. Deshalb sind wir nach einer Weile wieder gegangen ohne wirkliche Einkäufe. Dann ging es wieder zu Rachels Familie, da wir als Dankeschön für sie kochen wollten. Es musste viel improvisiert werden in der kleinen Küche, aber letztendlich waren alle zufrieden.
Da einer der großen Brüder von Rachel mit einem in Namibia sehr bekannten Sänger arbeitet war dieser dann zufällig auch zu Besuch da. Obwohl wir schon viel zu spät dran waren, im Dunkeln Auto fahren ist mit den vielen Tieren ein wenig doof, sind wir dann mit der gesamten Truppe und Mushe (der Sänger) zu einem Damm gefahren. Da wir zu viele sind haben wir uns aufgeteilt und ein paar Mädels, der Bruder und ich sind mit Mushe mitgefahren. Als immer wieder Leute begeistert in unser Auto gewunken haben wurde mir erst bewusst, dass es kein Dorfsänger war...
Einige Zeit später sind wir dann losgefahren in Richtung Omaruru. Dieses Mal war jedoch noch Mubas Freundin dabei, also waren wir eine Person zu viel. Kurz hinter Windhoek ist immer eine große Polizeikontrolle, weshalb Mushe sich bereit erklärt hat uns bis hinter die Kontrolle zu bringen. Der Abschied hat das Ganze wieder hinausgezögert, aber mit über drei Stunden Verspätung ging es dann nach Hause. Auf dem Weg haben wir dann noch sieben Giraffen gesehen die gemütlich mampfend am Straßenrand standen.
Der Gottesdienst

Das frisch gebackene Ehepaar