Mittwoch, 6. Februar 2013

Franketower, Schlangen und die kleine Angel

Franketower
Franketower, Schlangen und die kleine Angel

So jetzt nach einer Weile mal wieder ein paar Worte von mir. Im Moment sind wir hier sechs Mädels aufgeteilt auf zwei Zimmer. Ich teile mir ein Zimmer mit Julia, welche seit dem 11. Januar hier ist und mit Sonja welche jetzt zwei Wochen hier ist und in weiteren zwei Wochen abgelöst wird. Da zwei Freundinnen von Julia am Ende ihrer Reise hier im Haven vorbeischauten, beschlossen wir gemeinsam einen Sundowner auf dem Franketower zu machen. Der Franketower ist eine der Sehenswürdigkeiten hier in Omaruru.
Nach einem kurzen Stop im Spar ging es vollbepackt mit Keksen und Trinken auf den Turm. Die Aussicht auf die Omarurukuppe und allgemein die gesamte in orangenes Licht getauchte Umgebung war wirklich schön. Der Abend war total entspannt und auch der Sternenhimmel nach dem Sonnenuntergang war wie immer umwerfend.
von oben rechts: Julia, Freundin von Julia (Anna), Freundin von Julia (Nina),  Sonja, Sarlote, Kati, Pia. Vorne rechts: Jonna

Tierisches Theater

Eine eher unschöne Erfahrung war die Black Mamba hinter unserem Haus. Die Kinder hatten die anscheinend ziemlich dicke Schlange in unserem "Garten" entdeckt, das Gekreische war groß. Nach diesem Schreck hieß es wir sollten lieber mit geschlossenen Fenstern schlafen. Das gestaltete sich jedoch als sehr unangenehm bei einer Zimmertemperatur von über 37 Grad. Nachts um 3.00 Uhr beschlossen wir trotz der Warnungen das Fenster aufzumachen und zu hoffen, dass die Schlangen keine relativ glatte Wand hochkommen bis zu unserem Fenster. Die ganze Aktion hatte zur Folge, dass wir Mädels wenn wir im Office sind und im Dunkeln zu unserem Gebäude laufen müssen, das immer trampelnd und sehr schnell hinter uns bringen. Anscheinend vertreibt festes aufstampfen die Schlangen weil sie die Erschütterung spüren. Naja außer die Puffotter, diese hat keine Angst davor. Am nächsten Morgen erfuhr ich von einer Hausmutter, dass genau solch eine Puffotter auch auf unserem Grundstück war vor einigen Tagen. Sie erzählte mir jedoch stolz, dass sie diese sofort erschlagen hatte. Beruhigte mich dann eher mäßig aber gut. Achja hatte ich schon von der Vogelspinne in dem Zimmer der andern Mädels erzählt? Oder von der Fledermaus und dem Gecco in unserem Zimmer?

Angel

Vor zwei Tagen wurde uns mal wieder grausam vor Augen geführt in was für einer Welt wir eigentlich leben. Eine Sozial Arbeiterin kam in das Heim und drückte uns ein vier Monate altes, total unterernährtes und vernachlässigtes Mädchen in die Arme, Angel. Sie war zwei Tage im Krankenhaus gewesen, weil man sie hatte fallen lassen. Das kleine Würmchen ist viel zu klein für ihr Alter und wiegt eindeutig zu wenig. In ihrem dreckigen Oberteil und mit ihren sich wild auf ihrem Kopf kräuselnden Haaren schaute sie uns mit großen Augen an. Dieses kleine Wesen hat schon so viel durchgemacht und gesehen in ihrem kurzen Leben, dass man sich einfach nur wünscht, dass das endlich ein Ende hat und ihre Zukunft sie dafür entschädigt soweit das überhaupt möglich ist. Alle unsere Kinder hier im Heim haben schon so viel durchmachen müssen und dieses kleine Mädchen hat uns das nocheinmal wie ein Schlag ins Gesicht deutlich gemacht.

Nächste Woche geht es hoffentlich nach Sossusvlei, also in die Wüste, für ein paar Tage. Ich denke das ist eine gute Möglichkeit so manche grausamen Erfahrungen der letzten Tage verarbeiten zu können und um ein wenig abzuschalten.

Montag, 21. Januar 2013

Planschen, Abschied nehmen und Schulanfang

In den letzten Ferientagen gingen wir mit den Kindern in einem Guesthouse schwimmen um uns ein wenig abzukühlen bei den heißen Temperaturen und um nocheinmal die Ferien genießen zu können. (Da ich nicht so viel Zeit habe um viel zu schreiben, lasse ich die Bilder für sich sprechen)


Abschied 

Außerdem war es mal wieder so weit Abschied von einem unserer Kinder zu nehmen. Alle Kinder, Hausmütter und Volis wurden eingepackt um zusammen im Luna Park ein wenig zusammen zu sitzen und Eis zu essen.

Schulanfang
Am 15. Januar haben Schule, wie auch Kindergarten wieder angefangen und damit ging das Bücher einbinden und Schulsachen kaufen los. Das ganze stellte sich als sehr stressig und anstrengend heraus und wenn ich ehrlich bin war ich einfach nur froh als die letzte Woche zu Ende ging!

Samstag, 5. Januar 2013

Weihnachten, Schönfeld und Silvester

Unsere kleine Weihnachtsfeier
Weihnachten

Am 24.12 war es dann schließlich so weit und es war nun wirklich Weihnachten. Der ganze Tag verlief ziemlich stressig und hektisch.
Da ich in den Tagen vor Weihnachten die einzige Voluntärin im Heim war, war es unheimlich stressig und am 24.12 kam Jonna mit ihrem Freund von der Rundreise zurück, was das Ganze dann wieder ein wenig auflockerte. Trotzallem war ich zu dem Zeitpunkt schon ein wenig fertig mit den Nerven und letztlich froh als der ganze Weihnachtsspuk ein Ende hatte.
Vormittags wurden noch fleißig die letzten Geschenke gekauft und verpackt. Und das Essen das sich ausnahmsweise mal von dem üblichen unterschied wurde vorbereitet. Es gab Kartoffelsalat mit Wienerle und Nudeln mit Tomatensoße. Das war schon ein richtiges Festmahl im Gegensatz zu den üblichen Malzeiten.
Die zwei Manager
 Nachmittags um 16.00 Uhr gab es dann Bescherung. Nebeneinander haben sich alle Kinder unter den am Vortag gefällten Weihnachtsbusch gesetzt. Es wurden Weihnachtslieder gesungen, gebetet und Kekse verteilt. Als es grünes Licht für die Kinder gab stürmten diese sich auf die Geschenke und suchten nach einem Päckchen mit ihrem Namen.
Für die Mädchen gab es Puppen, für die Jungs Autos und die Hausmütter bekamen Taschenlampen um die Stromausfälle ein wenig zu erleichtern.
Die Geschenke waren nicht riesig und trotzdem kamen die Kinder nicht mehr als dem strahlen raus. Da zahlte sich dann die Arbeit der letzten Tage aus und auch das immer noch nicht aufgekommene Weihnachtsgefühl. Als Abschluss gab es dann noch selbergebackenen Schokokuchen und die Kinder waren vollkommen zufrieden mit ihrer Ausbeute.

Da dann kurz Zeit zum Skypen war wurden noch Weihnachtsgrüße mit den Lieben ausgetauscht. Es war schon ein wenig komisch in einem 42 Grad heißen Office zu sitzen und zu wissen, dass auf der anderen Seite der Kamera ein Weihnachtsbaum im Wohnzimmer leuchtet und das Kaffebesteck auf dem Tisch liegt, vermutlich auch noch Weihnachtsmusik dudelt.
Nach den Gesprächen ging es zu unserem Manager um gemeinsam kochen zu können und ein wenig runter zu kommen. Es war ein wirklich schöner Abend mit so einigen Lachern und ein wenig Zeit um die Weihnachtspost zu lesen.
Am Ende des Tages war es sehr schwer einzusehen, dass das jetzt Weihnachten gewesen sein sollte. An sich wäre das Ganze nicht so schlimm gewesen. Der Gedanke, dass jedoch so gut wie jeder den heutigen Tag mit Familie und Freunden verbracht hatte egal wie weit die Anreise war, war schon irgendwie traurig.
Da Weihnachten auch hier eigentlich erst am 25. gefeiert wird gab es nocheinmal besonderes Essen (Risotto) und die Hausmütter gingen mit den Kinder früh morgens in die Kirche.
Der Weihnachtskochabend


Schönfeld

Am 30.12 fuhren wir um 8.00 Uhr morgens los um mit den Kindern nach Schönfeld zu fahren. Wer sich nicht erinnern sollte, das war die Farm mit dem Fast-Überfall.
Der Tag war wunderschön. Wir bekamen die Möglichkeit mit den Kindern zwei Game Drives zu machen, wobei sie sich über jedes Perlhuhn und noch so kleine Tier freuten. Es gab auch zwei Giraffen zu sehen, Schildkröten, einen riesigen Leguan (oder so...), Oryxe und so weiter. Außerdem waren wir schwimmen, grillten zusammen und konnten am Pool entspannen.
Abends ging es totmüde wieder heim, natürlich 3 Stunden später als geplant.
Auf dem Heimweg von einem Game Drive- die Hauptstraße



Silvester

Schon seit Wochen war geplant mit einer Gruppe von Freunden nach Swakop zu fahren. Das alles stellte sich dann am Tag der Abfahrt (31.12) doch ein wenig komplitzierter raus als gedacht. Geplant war Abfahrt um 10.00 Uhr morgens. Nach Stundenlangem Diskutieren über alles mögliche und Plänen was wir einkaufen sollten, schafften wir es um 14.00 endlich loszukommen. Eingekauft hatten wir immer noch nicht. Das hatte ja schließlich Zeit bis Swakop...
Nach drei Stunden Fahrt kamen wir an. Das erste Mal an einem Afrikanischen Strand war eindeutig kälter als erwartet. Wir zogen uns alle mitgebrachten langen Sachen an und holten uns ersteinmal unerwarterweise einen fetten Sonnenbrand im Gesicht.
Nach dem Einkaufen ging es wieder an den Strand, diesmal außerhalb von Swakop, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Die Landschaft war wirklich der Wahnsinn. Vor einem das Meer und hinter einem Sandwüste.
Als es dann dunkel wurde fuhren wir am Strand entlang und suchten uns einen Platz zwischen vielen anderen die offensichtlich ebenfalls vorhatten Silvester am Strand zu feiern.
Wir schlugen die Zelte auf und machten Lagerfeuer. Dann wurde gemütlich gegrillt, getanzt, gequatscht und getrunken.
Als es dann 12.00 Uhr schlug wurden ein paar wenige Raketen in der Stadt angezündet (was auch gleich ein Buschfeuer auslöste), die Korken geknallt und natürlich wünschte jeder jedem ein schönes neues Jahr. Auch in dem Moment war es schwer nicht wie gewohnt bei den engsten Freunden oder der Familie zu sein.
Trotzdem war es eine schöne Nacht und am nächsten Tag fuhren wir nach einigen Stunden in Walvis Bay (der Herr Manager hatte noch was zu erledigen) totmüde in Richtung Zuhause.

Sonntag, 23. Dezember 2012

Frohe Weihnachten!


Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest und entspannte Feiertage, egal wo ihr auf der Erdkugel sitzt im Moment.
Für mich ist es dieses Jahr ein Fest bei 41 Grad mit 20 Kindern weit weg von Familie und Freunden.
Auch das wird vermutlich ein unvergessliches Erlebniss.
Ganz, ganz liebe Grüße! Ich bin in Gedanken bei euch, Eure Hannah

Samstag, 22. Dezember 2012

Ovambo Hochzeit

Ovambo Hochzeit

Mittags um 15.00 Uhr ging der Roadtrip mit Rachel und Andreas (Haven-Manager) los. Wir hatten 8 Stunden vor uns, trotzdem war die Stimmung bestens und es ging los in Richtung Norden.
Unser Ziel war ein Dorf in der Nähe von Oshakati (nördlich der Etosha Pfanne). Was genau uns erwarten würde wussten wir nicht. Was wir wussten war, dass eine Hochzeit stattfinden würde und zwar die des Vaters von Sarlote (die Freundin von Andreas).
Es gab unzählige Roadblocks (Polizeikontrollen) und beim Tanken kamen wir etwas ins Rudern als es nach dem Auffüllen des Tanks hieß es werden keine Karten akzeptiert. Fünf Minuten früher hatten sie noch fleißig genickt als wir nachgefragt hatten. Das Ganze wurde dann so gelöst, dass wir einen Securitymann bis zum nächsten Dorf (70km) mitnahmen, dort Geld abhoben und ihm dann die 4€ zahlten für ein Taxi zurück.
Als wir schließlich um halb 12.00 Uhr abends in die Nähe des erwünschten Ziels ankamen riefen wir Sarlote an damit diese uns den restlichen Weg beschreiben konnte. Irgendwo auf einer Gravel Road haben sie uns schließlich eingesammelt woraufhin es dann wirklich in die Pampa ging. Nachdem wir uns dann auch noch verfahren hatten sind wir dann jedoch endlich angekommen. Es war stockdunkel, aber doch das was wir zu sehen bekamen war schon wirklich beeindruckend! Das Dorf war mit einem hölzernen Zaun umgeben und bestand aus zwei Haupthäusern und traditionellen Runden Lehmhütten. Nachdem wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten wurde uns die einzige Wasserquelle des Dorfes gezeigt, ein Wasserhahn. Dort konnten wir dann Zähneputzen und auf die Frage wo man denn Pinkeln könnte hieß es "Ach da die sonne bereits untergegangen ist, geh einfach in irgendeine Ecke.".
Die Nacht endete bereits um 4.00 Uhr Nachts als die Frauen des Dorfes mit lautem Geschrei (soetwas wie "wilililiii-walakasha-walakasha") durch das Dorf düsten und ihren Trampel-Stampf-Tanz ausführten. Da es auch zu dieser Zeit noch Dunkel war konnten wir auch dann noch nicht die Ganze Pracht des Dorfes erblicken. Der Sonnenaufgang tauchte die Hütten dann später in ein wunderschönes Licht und der Anblick war überwältigend. Die alten Frauen beschäftigten sich weiter mit ihren tradtionellen Tänzen während die jüngeren (darunter auch Rachel, Sarlote und ich) anfingen das Essen vorzubereiten. Auf unzähligen Feuern wurden Kartoffeln gekocht, soeben gerupfte Hünchen abgekocht und so weiter. Nach gefühlten 50 Kg geraspelten Karotten taten uns die Hände höllisch weh und es ging weiter mit Kartoffeln schälen. Die Atmosphere war unheimlich familär und ausgelassen. Hier wurde Getreide gestampft für ein trditionelles Getränk, dort wurden die letzten Feinschliffe an der Festkleidung gemacht und zwischendurch lief die Braut im Bademantel und Haube hin und her um nach den Rechten zu sehen. Die Männer waren währenddessen damit beschäftigt 4 Kühe zu schießen und zu schlachten. Das ganze spielte sich in einem Krahl außerhalb des Dorfes ab. 
Die Frauen beim Kochen
Die Männer beim Schlachten
Wilililiiiii-Walakasha-Walkasha
noch mehr Wililililiii

Später ging es dann in die Kirche. Neben unserer Hochzeit fand noch eine weitere statt. Der Gottesdienst war erfüllt von den "willililili"- Rufen der alten Dorffrauen und ihrem wedeln mit den Pferdeschwänzen (siehe Bild).
Nach 3 Stunden ging es zurück in das Dorf (übrigens das der Braut). Mit großem Tamtam wurde in das Dorf einmarschiert. Der nächste Programmpunkt fand unter einem riesen Baum außerhalb des Dorfes statt. Es wurden Reden gehalten, das Brautpaar musste das selbstgebräute Getränk trinken (schmeckt ekelhaft!) und es wurde Geschenke übergeben. Die Frauen brachten ihre Geschenke in Körben auf ihren Köpfen. 
Sarah, ich, Rachel, Sarlote
 Die Hitze war zum Teil unerträglich und wir waren froh als es am frühen Abend ein wenig erträglicher wurde und es schließlich Essen gab. Das Buffet bestand zum Großteil, typisch Namibia, aus Fleisch. 
Totmüde ging es nach vielem weiteren Gesinge und Getanze ins Zelt zum Schlafen. 
Auch diese Nacht war nicht lange und bereits nach dem aufstehen wurde alles zusammen gepackt. Jetzt hieß es das Ganze nocheinmal und zwar in dem Dorf des Bräutigams. Wir verzogen uns zwischendurch um Oshakati und Ondangwa anzuschauen und etwas zu essen.
Nach einem Besuch bei Sarlotes Mutter schlossen wir uns wieder der Hochzeitsgesellschaft an. Die ganze Sachen mit dem Einmarsch und unter dem Baum wurden wiederholt. Zum Abschied bekam ich noch einen Ovambo-Namen, Nelao. Da wir fix und fertig waren hatten wir eigentlich vor Nachmittags um 3.00 Uhr abzufahren. Naja nach dem Essen um 20.00 Uhr ging es dann in Richtung Zuhause. Demnach waren wir dann um 3 Uhr Nachts Zuhause.
Dieses Wochenende war unbeschreiblich und ich hätte nie gedacht, dass ich einmal die Möglichkeit bekommen würde soetwas mitzuerleben. Die bunten Kleider, die Bräuche und Traditionen, das Dorf ohne Strom mit den Lehmhütten, die Emotionen der Menschen, die Versuche Oshivambo zu sprechen und noch viel mehr, für diese Erfahrungen bin ich wirklich dankbar und werde das Wochenende mit Sicherheit nie wieder vergessen.

 
Schöne Weihnachtsfeiertage an alle!

Montag, 17. Dezember 2012

Zelten im Busch, Nilpferde, Kekse und Abschied nehmen


Der Zeltplatz
Zelten im Busch und Nilpferde

Da es wieder Zeit für unser freies Wochenende war beschlossen wir Zelten zu gehen. Es gab insgesamt 5 Stellplätze. Wir waren jedoch die einzigen Campinggäste und auch die dazugehörige Farm war eher leer. Der Zeltplatz war total urig und wir hatten eine eigene Feuerstelle mit Holz, einen Stromanschluss, ein kleines Licht im Baum und ein eigenes Klohäuschen mit Dusche etc. Zu unserer Freude durften wir sogar den Pool der Farm mitbenutzen. Es war herrlich einfach nur stundenlang am Pool zu liegen und das auch noch ohne Kindergeschrei. Nachts beobachteten wir die unzähligen Sterne und machten Feuer. Ab und zu kamen Wildpferde zu Besuch. Auf eine Sache hätte ich jedoch gerne verzichten können, mein erstes hautnahes Schlangenerlebnis. Eine mindestens einen Meter lange, schwarz weiße Schlange schlängelte sich auf dem Weg vom Pool zurück zum Zelt vor meinen Füßen in ein Gebüsch etwa 10 Meter von unserem Zelt. Das war eine eher unschöne Begegnung...

Sonntags beschlossen wir noch auf eine andere Farm zu fahren um dort Mittag zu essen und um eventuell noch ein paar mehr Tiere zu sehen. Die Farm heißt Erindi und als wir dort ankamen fühlten wir uns zwischen den gut betuchten Touristen ziemlich fehl am Platz. Da die Fahrt dorthin über zwei Stunden dauerte verpassten wir das Mittagessen. Anstattdessen gab es ein Kuchenbuffet. Die Terasse das Restaurants war in Richtung eines Wasserlochs gerichtet von wo aus man einige Tiere sehen konnte (Wasserbüffel oder soetwas ähnliches, Warzenschweine etc). Das Beste waren jedoch die etwa 15 Nildpferde, welche man anfangs nur im Wasser gesehen hat, nachdem jedoch Heu verteilt wurde kamen sie allesamt herausgetrottet. Hier saßen wir also mit unseren Tortenstücken auf einer Terasse und beobachteten Nilpferde. Das war schon ein wenig unreal aber natürlich auch mal eine coole Erfahrung!
Auf dem Hinweg durch die grüne Landschaft (Regenzeit)
Pumba

Der Hippo-Marsch


Weihnachtsbäckerei

Um ein wenig in Weihnachtsstimmung zu kommen, beschlossen wir mit den Kindern zu Backen. Da in den Ferien nicht alle Kinder hier sind (viele fahren zu Verwandten auf eine Farm) war es ein wenig einfacher als mit 35 Kindern. Trotzallem gab es eine große Sauerei und der meiste Teig verschwand vor dem Backen bereits in dem einen oder anderen Magen.
Stolze Bäcker
Abends gab es wieder einen DVD Abend und die Kekse wurden verteilt. Das war schon ein verdammt süßer Anblick, die keksessenden Kinder welche gespannt auf den Fernseher schauten und überall Mehl an sich kleben hatten. So richtig weihnachtlich fühlt es sich trotzdem nicht an, die Temperatur stimmt einfach nicht mit dem gewohnten Dezember Wetter überein.


Abschied nehmen

In den letzten Tagen war es schließlich soweit und wir verabschiedeten uns von Johanna.
Da ihr Flug erst abends ging und wir aber früß morgens Jonnas Freund abholen mussten, verbrachten wir den Tag noch in der Stadt, was ich im Nachhinein sehr bereute... Um kurz nach 4.00 Uhr ging es nachts los. Da es natürlich noch tiefe Nacht war war die Fahrt sehr anstrengend und so einige große Tiere am Straßenrand erhöhten meinen Herzschlag gewaltig. Aber es ging alles gut und nach 3 Stunden waren wir endlich am Flughafen in Windhoek.
Wir waren ein wenig shoppen und machten es uns später in einem Park gemütlich. Nach einer Weile ging ich in die Mall gegenüber um die Toilette zu suchen. Als ich anschließend zurücklief zu den anderen stellte ich nach einer halbe Stunde entsetzt fest, dass mein Geldbeutel inklusive Perso, Kreditkarte, Führerschein, Geld usw. weg war. Das ganze musste auf dem Weg zurück in den Park passiert sein, da ich ihn davor noch hatte. Da ich mein Handy noch hatte, konnte ich sofort Zuhause Bescheid geben, damit sämtliche Karten gesperrt wurden und der Schaden begrenzt werden konnte. Wir beschlossen das Ganze der Polizei zu melden. Dort angekommen stellten wir fest, dass die Polizei hier leider ganz andere Standards hat als gewohnt. Es herrschte das totale Chaos und wir mussten eine gefühlte Ewigkeit warten bis wir zu einem der Schalter durften. Dort wurden wir wieder weitergeschickt und landeten bei einem jungen Polizisten der laut seiner Aussage viel zu viel zu tun hatte und ob wir denn nicht zu einem anderen Schalter gehen könnten. Nach einer langen Diskussion fing er an ein Formular auszufüllen das ich als meinen Ausweis benutzen kann bis ich wieder einen besitze. Da der gute Herr jedoch mit seinen Gedanken wohl wo anders war, füllte er das komplette Formular falsch aus und musste wieder von vorne beginnen. Er fragte mich ob ich denn den Grund für den Diebstahl wüsste... Ja klaro Herr Polizist, erst hab ich nachgefragt was er mit meinem Geldbeutel will und ihm dann noch viel Spaß mit meinem Geld und der Kreditkarte gewünscht... Naja wir haben uns ein dummes Kommentar verkniffen und gehofft, dass er endlich fertig wird mit seinem Formular. Zum Schluss meinte er wir sollen in ein paar Tagen nocheinmal kommen, sie hätten da einen Pappkarton in dem Fundsachen gesammelt werden. Auf unsere Antwort, dass wir von weiter weg sind, gab er uns seine Handynummer (!) und meinte wir sollen ihm eine Sms schreiben, dann schaut er nach, bei der normalen Nummer von der Polizei nehme meistens keiner ab... Soviel dazu...
Nachdem wir uns dann von Johanna verabschiedet hatten fuhren wir fix und fertig wieder heim. Zu der Müdigkeit hinzu kam dann noch, dass wir uns verfuhren und erst spät nachts um halb 1 endlich Zuhause waren.
Da am nächsten Tag "World AIDS Tag" war mussten wir um kurz vor 6.00 Uhr auch schon wieder raus um mit den Kinder auf eine Veranstaltung zu gehen.
Total am Ende mit den Nerven mussten wir auf die Kinder aufpassen während unzähligen Reden, Theaterstücken und so weiter. Ein Highlight des Tages war der Auftritt einer Band "The D.O.G.G". Es gab viele Gänsehautmomente, doch wir waren auch wirklich froh, als wir um 5.00 endlich wieder Zuhause waren.

Dienstag, 27. November 2012

Milchshakes schlürfen und Lametta

Milchshakes schlürfen

Da die Eltern des Managers zu Besuch hier waren haben sie die Kinder wie auch uns Voluntäre zu einem Milchshake im Kashana eingeladen. Die konzentrierten Gesichter und das Schlürfen der Kinder war einfach herrlich. Anschließend wurde noch auf dem Spielplatz hinter dem Restaurant getobt und fast konnte man meinen wir seien eine etwas zu groß gewordene Familie.



Lametta


Wieder einmal mussten Johanna und ich nach Odzundati fahren um den Neubau zu überprüfen. Dieses Mal war jedoch gleichzeitig die Weihnachtsfeier und Verabschiedung der Schüler welche die Schule verlassen werden (das Schuljahr ist mit den Weihnachtsferien beendet).
Zugegebenermaßen war das Lametta, der blinkende Plastikweihnachtsbaum, die Weihnachtslieder auf Afrikaans und das Grippenspiel mit einem ebenfalls in Lametta eingewickeltem König schon ein wenig abstrus. Die Kinder führten auswendiggelernte Verse und Lieder vor. Die Eltern waren natürlich alle unheimlich stolz auf ihre Schützlinge und die Mütter hatten sich alle in Schale geworfen in Form von wallenden, viktorianischen Kleidern und dem traditionellen Herero-Kopfschmuck. Diese Aufmachung sieht man hier sehr oft, doch diese Mütter hatten wirklich ihr schönstes Kleid rausgekramt um zu dieser Veranstaltung zu kommen. (kurze Zwischeninfo: um sich ein wenig Erleichterung zu verschaffen bei der Hitze, werden an jeder Straßenecke kleine, mit einer Art Saft aufgefüllte Gefrierbeutel verkauft und diese als Wassereis gegessen) Hier saßen wir also zwischen den stolzen, an Platiktüten nuckelnden Mamas und schauten uns ein Grippenspiel bei einer Temperatur von vermutlich über 40 Grad an. Mit diesen Umständen ist es schon ein wenig schwer sich auf Weihnachten einzustimmen. Da das Ganze logischerweise zwei Stunden später anfing als geplant mussten wir uns leider direkt nach der Veranstaltung wieder auf den Heimweg machen um nicht im Dunkeln über die Schotterpiste fahren zu müssen.

Vor der Weihnachtsfeier
Die neue Dining Hall
Eine der drei Lehrerinnen
Die Weihnachtsfeier